Schon seit fast 20 Jahren und immer wieder ist Christine Kahlau mit ihren Stücken von Berlin bis Thüringen unterwegs. Sie liest für gewöhnlich in intimer
Atmosphäre - in Galerien, Kirchen, abends in Cafes, in Stadteilläden und seit 2002 in ihrem Kiez: im Atelier „LoveArt“ im Prenzlauer Berg. Was die Ost
berlinerin in zwei Jahrzehnten schrieb und noch schreibt, klingt mit Musik von Jazz bis Klassik - seit neuestem auch durchs Radio – inzwischen bei etlichen
Hörern nach. Ungereimte Worte in wohl ausgewogenem Rhythmus, gewissermaßen „Ver-Dichtung“ eines innersten Gespürs für nur allzu
Menschliches, die
2001 erstmals im gleichnamigen
Gedichtband erschienen, finden sich
auch in vorliegender Sammlung. Die
Verse, etwa über das Warten in einer
Behörde, das Warten auf einen
Einfall, die Anonymität im Dschungel
der Großstadt, über Menschen und
das Wasser und Geduld, kommen
ohne den besagten fulminanten
Paukenschlag aus und genau
genommen nachdenklich daher.
Sie halten wesentliche, doch auch
eigentümliche, mit unter ganz alltägliche, nur scheinbar flüchtige
Impressionen, Stimmungen und
Momente des Lebens fest: gerade
dann, wenn sie eine erstaunliche
Wendung nehmen.