Melange: Gemisch (mehrerer Kaffeesorten) – Melangerie

Unsere 5 Veranstaltungen zum Thema „Kunst trifft Krise“,
bieten eine Mischung aus kritisch-sozial-politischen Gedanken zur Krise und aus Lyrik, Prosa, Gesang und Musik.
Jede der Veranstaltungen widmet sich einem speziellen Aspekt von „Kunst trifft Krise“.

Unser Ziel ist es, aufmerksam zu machen auf die Auswirkungen der gegenwärtigen krisenhaften Entwicklungen auf die Lebens-und Arbeitsbedingungen von Künstlern mit und ohne Behinderungen. Kurze Texte zu Ursachen- und Zustandsbeschreibungen der Krise wechseln sich ab mit poetisch-lyrischen Texten, Musikimprovisationen und Liedern. Eine Melangerie aus kämpferischen Statements für den Verstand und musischen Elementen, die Herz und Sinne ansprechen, sorgen für Anregung sowie anspruchsvolle Unterhaltung.

Die Veranstaltungsdauer variiert jeweils zwischen einer und einundeinhalb Stunden.

Siehe auch unter Archiv 2013

Kunst trifft Krise

Die Krise ist Geldverbrennung durch die Ban­ken. Sie führt u.a. zur Auslöschung der Förder­mittel für Kultur und Kunst.
Sie raubt Interes­sentInnen die Möglichkeit, die Ein­trittskarte zu bezahlen.
Die Krise zwingt uns, ohne Doku­mentation arbeiten zu müssen. Sie frisst uns und unser Ausdrucks­vermögen.
Mit Hilfe des Arbeitszwangs verbannt sie uns in Tätigkeiten, mit denen wir Geld zum Leben erarbeiten müssen. Sie raubt uns die Möglichkeit, unsere einzigartigen Fähigkeiten ausleben und in Kunst materialisieren zu dürfen.

 

Kunst sucht Zeit
Die Kunstproduktion erfolgt im Zeitchaos zwischen dem existenziell Erforderlichen und dem Broterwerb. Die Aufführung weist auf zeitliche Abbrüche des Reifens und Werdens von Kunstwerken, auf die immer schwieriger werdenden Möglichkeiten für Treffen und Proben und für das Beschaffen geeigneter Auftrittskleidung hin. KünstlerInnen müssen immer mehr machen, um ihre Kunst präsentie­ren zu können. Kunst selbst verändert sich, eingepresst in ein immer engeres Zeitkorsett, wie die Performance „echt arm“ zeigt. KünstlerInnen werden ermutigt, auch in schwierigen Zeiten, ihren Weg zu gehen, die Solidarität und die Gemeinschaftlichkeit in den sozialen Bewegungen gegen die Misere mit anderen zu suchen.

 

Kunst übt Überleben
Muss wahre Kunst brotlos sein? Ist ein wahrer Künstler nur der, der auf seinem Konto schwar­ze Zahlen schreibt, kreditwürdig erscheint und in Talk-Shows eingeladen wird?! Gesang, Instrument und Wort verdeutlichen die Situation in der „Kunst-Metropole“ Berlin, zeigen, was Kunst ans Überleben-Müssen kettet, mit Überlebenskunst vereint und wie Kunst gesellschaftlich gewünscht ist.

 

Kunst weckt Lebensgeister
Kunst ist Lebensquell. Kunst nährt Hoffnungen. Sie schafft Abbilder der Ansichten von der Welt. Um Kunst wahrnehmen zu können, ist eine ganzheitliche Bildung der Menschen und ihrer Sinne erforderlich. Das heißt aber auch, Kunst in das politische Leben einzubetten und sie nicht als etwas Unerreichbares stehen zu lassen. Aufgabe ist, Kunst „von unten“ zu organisie­ren, zu vernetzen, in unsere Lebenszusam­menhänge einzubinden. Dies verlangt, Kunst als politische Ausdrucksform (wieder stärker) zu entwickeln und die KünstlerInnen nicht allein zu lassen.

 

Ich sehe was, was Du nicht siehst
Inklusion ― ambivalentes Zauberwort für Menschen mit Behinderungen. Ja zu Teilhabe, Dazugehören, Eingebundensein. Auch unschö­ne Empfindungen klingen an: „Einschließen in die Gesellschaft“, „Einschluss im außen vor?“ Künftig täglich in der Behindertenwerkstatt? Unklare Ansinnen und Perspektiven für Künst­ler mit Behinderungen. Träume und Hoffnun­gen, Ängste und Zweifel werden zur „Wort-Musik-Text-Collage“ verdichtet.

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