Till Friedjof Neynaber (31.08.1943-06.11.2021)

Kennengelernt habe ich Tilman, wie er sich mir vorgestellt hatte, 2003, in
Schöneberg, in einem Nachbarschaftszentrum. In der langen Zeit unserer
Bekanntschaft, aus der sich irgendwann eine Freundschaft entwickelte, gab es
gemeinsame Unternehmungen in die Natur, zu Ausstellungen und in die
Urania, wofür er ein Dauer-ABO hatte. Mir war bekannt, dass Tilman malte, aber
es spielte lange Zeit eine mehr untergeordnete Rolle bei unseren Treffen, wobei Tilman
sich immer für mein Schreiben interessiert hatte. Da ich wußte, dass er sich sehnlichst
eine eigene Ausstellung seiner Bilder wünschte, was leider bis dahin nicht passiert
war, organisierte ich 2018, zu seinem 75. Geburtstag in der „Kiezspinne“, einem
Nachbarschaftszentrum in Lichtenberg, seine 1. Ausstellung unter dem Titel
„Ich male, male, male“. Tilman lebte damals bereits auf Grund seiner Demenzerkrankung,
in einer betreuten Senioren-WG in Lichtenberg, in der Nähe der „Kiezspinne“.

2018 kam es zu einem Kontakt mit dem Schwulen Museum Berlin, die sich für seine schriftlichen autobiografischen
Aufzeichnungen interessierten. 2021 schenkte Till F. Neynaber seine autobiografischen Schriften und einige seiner künstlerischen Arbeiten an das Schwule Museum.

Tilman im Garten des Schwulen Museums Berlin, 2020, Foto: Ines Wuschek

Am 31. August 2021 überreichte ich Tilman anlässlich seines 78. Geburtstags einen Katalog mit
einigen seiner schönsten Arbeiten, was ihn sehr erfreute und auch stolz machte.

Leider erkrankte Tilman im Herbst 2021 schwer und wurde in die Klinik für gerontologische Psychiatrie
eingeliefert im Klinikum Herzberge. Hier verstarb Tilman am 06. November ’21 auf der Krankenstation.

Da Tilman sich auf der Station mit Corona infizierte, konnten wir ihn nicht mehr besuchen, was für uns sehr
traurig war. Wir sind froh, dass Tilman uns allen so viele schöne Bilder hinterlassen hat.